Der Untergang des deutschen Marine-Segelschulschiffes "Gneisenau" in Málaga.

Der Untergang des deutschen Marine-Segelschulschiffs, der Fregatte „Gneisenau“, in Málaga jährt sich am 16. Dezember zum 116. Mal

Seit  November 1900 lag das Segelschulschiff der kaiserlich- deutschen Marine Gneisenau bei sonnigem ruhigem Wetter im Hafen von Málaga, als sich am 15. Dezember ein Wetterumschwung und Sturm ankündigte. Das Schiff war in die Bucht ausgelaufen, um Schießübungen abzuhalten. Der Kapitän ignorierte die Sturmwarnung der Hafenbehörde;

Er wähnte sich auf offener See in Sicherheit, schlimmer als in seinen heimischen Gewässern, der Ostsee, konnte es hier im bisher so freundlichen  Süden nicht werden. Doch bereits um viertel vor elf Uhr morgens hatte der Sturm so zugenommen, dass die Maschinen mit voller Kraft voraus kaum gegen Wellen und Böen ankamen. Kurz nach elf setzen die Maschinen aus. Mit voller Wucht treibt die Gneisenau zurück in den Hafen und gegen die Kaimauer. Das Schiff beginnt zu sinken. Einige Seeleute können sich aufs Land retten, andere schmettern bei dem Versuch gegen die Felsen. Die Rettungsboote kentern, die im Meer schwimmenden Holzteile werden von den Wellen mit aller Wucht gegen die hilflosen Matrosen geschlagen.

Trotz schlimmen Unwetters eilen die Einwohner von Málaga zur Hilfe. Einige Malaguenos stürzen sich in die Fluten, um die ertrinkenden deutschen Matrosen zu retten. 40 Seeleute der 466 Mann starken Besatzung, darunter der Kommandant und der Erste Offizier, kamen bei dem Schiffsunglück ums Leben, 12 Malaguenos ertranken beim Versuch die Seeleute zu retten.

Die Überlebenden werden im Rathaus, im Krankenhaus untergebracht, einige finden auch in Privathäusern Unterkunft und Pflege.

Mit königlichem Dekret vom 01. Januar 1901wurde die Stadt Málaga für das heldenhafte Verhalten ihrer Bürger mit dem Titel einer „besonders gastfreundlichen Stadt“ geehrt. Dieser Titel befindet sich bis heute im Stadtwappen.

Das tragische Ereignis sollte dauerhafte Bande zwischen der Stadt Málaga und Deutschland schaffen.

Sieben Jahre später wird Málaga erneut von einem heftigen Unwetter heimgesucht. Der Fluss Gualdalmedina tritt über die Ufer, die Brücken werden weggerissen.

Als man in Deutschland davon erfährt kommt es zu einem Spendenaufruf an die Bevölkerung. In Erinnerung und Dankbarkeit für die Rettung der Schiffbrüchigen der Gneisenau kommt es zu großer Solidarität mit Málaga. Deutschland spendet der Stadt eine neue Brücke, an Stelle der zerstörten  Brücke „Santo Domingo“. Seitdem steht auf dieser Brücke das Schild mit der Aufschrift: „Deutschland hat Malaga diese Brücke geschenkt, in tiefer Dankbarkeit an die heldenhafte Hilfsbereitschaft, die die Stadt den Schiffbrüchigen der Fregatte Gneisenau erwiesen hat.

Die Brücke heißt zwar bis heute „Santo Domingo“, im Volksmund wird sie aber nur Brücke der Deutschen (Puente de los Alemanes) genannt.

Untergag der Gneisenau

Die Brücke